Herzrhythmusstörungen

"Herzstolpern" ist häufig!

Fast alle Menschen leiden zeitweise unter Herzstolpern. Diesen Beschwerden liegen meistens Extraschläge zu Grunde, die entweder aus den Herzvorhöfen oder aus den Herzkammern kommen. Meistens sind diese Stolperschläge ("Palpitationen") harmlos, insbesondere wenn keine strukturelle Herzkrankheit vorliegt. Typisch hierfür sind Stolperschläge und "Aussetzer", die überwiegend in Ruhe, zum Beispiel abends vor dem Einschlafen auftreten. Der normale Puls sinkt in Ruhe etwas ab, und es fehlt die "Ablenkung" des Tages. Extraschläge werden dann besonders oft als störend empfunden.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Herzrhythmusstörungen. Schlägt das Herz zu langsam spricht der Arzt von einer Bradykardie. Schlägt das Herz zu schnell, wird dies als Tachykardie bezeichnet.

Die häufigste Rhythmustörung überhaupt ist das Vorhofflimmern, das mit zunehmenden Lebensalter häufiger auftritt. Dieser Rhythmuskrankheit haben wir ein Extrakapitel gewidmet.

Wann sind die Herzrhythmusstörungen harmlos?

Ob eine Herzrhythmusstörung harmlos oder gefährlich ist, hängt vor allem davon ab, ob das Herz in seiner Struktur (Herzmuskel, Herzklappen, Herzkranzgefäße) aber auch auf genetischer Ebene krank oder gesund ist. Daher ist einer gründliche kardiologische Untersuchung unter Einschluss eines Elektrokardiogramms, einer Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) sowie eines LZ-EKGs und eines Belastungs-EKGs Vorraussetzung für die Risikoabschätzung.

Die Art der Beschwerden kann bereits Hinweise auf die Ursache und die Gefährlichkeit der Rhythmusstörungen geben.

Stolperschläge überwiegend in Ruhe sind meistens harmlos. Abrupt einsetzendes, schnelles Herzrasen mit Schwindel, Übelkeit oder sogar Bewußtlosigkeit muss durch eine umfassende kardiologische Untersuchung geklärt werden.
Wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt (zum Beispiel ein früherer Herzinfarkt oder eine Herzmuskelschwäche) können plötzliche, schnelle Rhythmusstörungen lebensbedrohlich sein.

Plötzliche Bewußtlosigkeiten für wenige Sekunden, oft mit Stürzen ohne erkennbare Ursache werden insbesondere bei älteren Menschen oft durch Pulsaussetzer verursacht. Ein sehr unregelmäßiges Herzrasen wie ein "stotternder Motor" ist typisch für Vorhofflimmern.

Abhängig von den Befunden und der Stärke der Beschwerden können weitere Untersuchungen erforderlich werden (zum Beispiel Herzkatheteruntersuchung,

Wie werden Herzrhythmusstörungen behandelt?

Harmlose Stolperschläge bei einem sonst gesundem Herz müssen in der Regel nicht behandelt werden. Oft treten sie nur zeitweise auf, zum Beispiel während oder nach Infekten. Gelegentlich werden Medikamente verordnet, die die Rhythmustörungen unterdrücken können.

Ein Herzschrittmacher wird erforderlich, wenn plötzliche Pulsaussetzer als Ursache von erheblichem Schwindel oder Stürzen nachgewiesen werden können. Der Herzschrittmacher kann dabei in den meisten Fällen ambulant eingesetzt werden.

Die Behandlung von Vorhofflimmern ist komplex und abhängig vom Erkrankungsstadium. Weitere Informationen zum Vorhofflimmern finden sie hier.

Abruptes, plötzliches und regelmäßiges Herzrasen insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird oft durch angeborene zusätzliche elektrische Leitungsbahnen in den Herzkammern hervorgerufen. Mit einer speziellen Herzkatheteruntersuchung kann dies geklärt werden. Bei dieser sogenannten "elektrophysiologischen Untersuchung ("EPU") können die unsächlichen Leitungsbahen fast immer mit exzellentem Erfolg verödete werden. Dies Verfahren wird als "Ablation" bezeichnet. Abhängig von der Lage der "falschen" Leitungsbahnen werden Erfolge von ca. 95% erzielt.

Wenn schwere Herzerkrankungen wie zum Beispiel frühere Herzinfarkte oder Herzmuskelerkrankungen Ursache von lebensbedrohlichem Herzrasen sind oder sogar Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich waren, wird ein implantierbarer Defibrillator ("ICD") eingesetzt. Diese Systeme sind größer als normale Herzschrittmacher. Neben der Schrittmacherfunktion können diese Geräte lebensbedrohliche schnelle Herzrhythmusstörungen durch einen Elektroschock zuverlässig beenden. Das Auftreten dieser Rhythmusstörungen können die Geräte nicht beeinflussen.

Seltene Ursachen bedrohlicher Rhythmusstörungen können auch angeborene genetische Defekte der elektrischen Herzaktivität sein. In den betroffenen Familien findet man gelegentlich eine Häufung plötzlicher ungeklärter Todesfälle. Die Genetik dieser seltenen Erkrankungen sind zur Zeit Gegenstand intensiver Forschungen. Die betroffenen Personen werden abhängig von der Risikoabschätzung und der Art des Gendefekt zunehmend häufiger vorsorglich mit einem implantierbaren Defibrillator geschützt.

Kardiologie im Gundlach-Carré

Dr. med. Klaus Groger
Dr. med.
Ludger Obergassel
Dr. med. Christian Zühlke
Dr. med. Johannes Junge
Dr. med. Philipp Theiler

Dr. med. Ulrich Rissel*
Dr. med. Eva Schalber*
Fachärzte für Innere Medizin-Kardiologie
*angestellte Ärzte
Dr. med. Uta Groger
Fachärztin für Allgemeinmedizin

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