Beschichtete Stents

Implantation von Gefäßstützen (Stent)

Modell eines Stent

Modell eines Stent

In den letzten Jahren hat sich Katheterbehandlung von verengten Herzkranzgefäßen (PTCA) stetig weiter entwickelt. mittlerweile werden fast ausschließlich medikamentenbeschichteten Stents implantiert, die eine hohe Erfolgsrate der Aufdehnungsbehandlung ermöglichen.

Erfolgsrate der Stentimplantation

Die Aufdehnung von verengten Herzkranzgefäßen (PTCA) hat eine sehr hohe Erfolgsrate von mehr als 95%. Bypass-Operationen können so oft vermieden werden. Nach der Aufdehnung kommt es zu einem Heilungsprozeß des gedehnten Herzkranzgefäßes. Dabei kann sich Narbengewebe bilden, dass zu einer erneuten Verengung ("Restenose") führt. Dieser Prozeß tritt innerhalb von Wochen bis maximal 6 Monaten auf.

Erneute Stent-Verengung (Restenose)

Das Risiko einer Restenose hängt von vielen Faktoren ab (unter Anderem Größe, Länge und Lage der Engstelle). Die seit Jahren häufig angewandten Gefäßstützen ("Stent") haben das Risiko einer Restenose gegenüber der normalen Aufdehnungsbehandlung deutlich reduziert. Nach einer Stentimplantation treten Restenosen je nach Gefäßbeschaffenheit mit einer Häufigkeit von ca. 5-30% auf, in ungünstigen Fällen auch öfter. Die erneute Katheter-Behandlung von Restenosen ist technisch einfach, hat aber ein deutlich höheres Restenose-Risiko von ca. 30-60%.

Medikamenten-beschichtete Stents (DE-Stents)

Standard sind mittlerweile medikamentös beschichtete Stents (DES, DE-Stent, "drug-eluting"-stent). Das Medikament auf der Stentoberfläche (Sirolimus, Paclitaxel, Zotarolimus, Everolimus und weitere) hemmt sehr wirksam die Gewebebildung und damit die Restenose innerhalb des Stent. Wir möchten Sie aber auf einige wichtige Punkte hinweisen.

Besonderheiten der DE-Stents

  • Auch bei beschichteten Stents können Restenosen auftreten. Bei einfachen Stenosen beträgt die Häufigkeit von Restenosen etwa 5% (normaler Stent ca. 10-15%). Bei komplexen Stenosen werden etwa 10% Restenosen beobachtet (normaler Stent ca. 20-35%).

  • Beschichtete Stents sind der Standard zur Abstützung von aufgedehnten Stenosen. Bei kleinen Gefäßen, längeren und komplexen Stenosen sowie bei Diabetikern sind sie den normalen, unbeschichteten Stents überlegen. Bei sehr rauhen, geschlängelten Stenosen kann es unmöglich sein, einen beschichteten Stents einzusetzen, da diese etwas weniger flexibel sind.

  • Durch das sehr langsame Einwachsen des Stents ist eine Nachbehandlung mit speziellen Medikamenten zur Hemmung der Blutplättchen unbedingt notwendig für die Dauer von 6 bis 12 Monaten, in Einzelfällen auch länger.

  • Die medikamentöse Nachbehandlung ist unbedingt notwendig, um plötzliche, eventuell lebensbedrohliche Verstopfungen des Stents zu vermeiden.

  • Geplante Operationen müssen in diesem Zeitraum vermieden werden.

  • In Einzelfällen (ca. 0,5 bis 1%) kann es auch danach noch zu bedrohlichen plötzlichen Stentverschlüssen kommen.

  • Die genaue Stentgröße und Länge kann manchmal erst während der Aufdehnungsbehandlung festgelegt werden. Es kann dann erforderlich sein, mehrere Stents einzusetzen.

Andere Behandlungsmöglichkeiten von Restenosen

Zum Vermeiden von Restenosen ist die Auswahl des Gefäßabschnitts und der Stentgröße sehr wichtig. Bei optimalen Umständen können langfristige Erfolgraten von mehr als 95% erzielt werden.
Restenosen lassen sich fast immer erneut mittels Ballonkatheter oder einer weiteren Stentimplantation aufdehnen. Es muss dann allerdings mit einer höheren Restenose-Rate von ca. 30-60% gerechnet werden.
Hilft auch die erneute Aufdehnung nicht, kann in speziell ausgestatteten Kliniken mit einem Bestrahlungs-Katheter eine erneute Restenose erfolgreich behandelt werden ("Brachytherapie"). Dies Verfahren hat wegen der guten Ergebnisse mit DE-Stents und DE-Ballons in den letzten Jahren an Bedeutung verloren.

In letzter Konsequenz ist es manchmal erforderlich, doch noch eine Bypass-Operation zu empfehlen. Dabei können andere betroffenen Gefäßabschnitte ggf. gleich mitbehandelt werden.

Kardiologie im Gundlach-Carré

Dr. med. Klaus Groger
Dr. med. Ulrich Rissel
Dr. med. Ludger Obergassel
Dr. med. Christian Zühlke
Dr. med. Johannes Junge
Dr. med. Eva Schalber
Fachärzte für Innere Medizin-Kardiologie
Dr. med. Uta Groger
Fachärztin für Allgemeinmedizin

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