Herzschrittmacher

Wann wird ein Herzschrittmacher benötigt?

Komplettes Herzschrittmachersystem

Komplettes Herzschrittmachersystem

Die Elektroden im rechten Herzvorhof und Herzkammer überwachen ständig den Herzschlag.

Ein zu langsamer Puls führt dazu, dass das Herz nicht genügend Blut pumpt, um den Körperkreislauf angemessen zu versorgen. Dies kann zu Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kurzatmigkeit oder sogar zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit führen.
Es gibt viele Ursachen für einen zu langsamen Puls. Häufig liegt eine Erkrankung des herzeigenen Schrittmachers (Sinusknoten) oder der elektrischen Leitungsbahnen des Herzens vor. Hierdurch kann der Herzschlag ständig oder nur zeitweise zu langsam sein. Einige unbedingt erforderliche Medikamente können ebenfalls einen zu langsamen Puls verursachen.

Wie arbeitet ein Herzschrittmacher?

Röntgenbild eines Herzschrittmachers

Röntgenbild eines Herzschrittmachers

Gut erkennbar sind die Batterie sowie die Elektroden, die zum Herz führen.

Der künstliche Herzschrittmacher überwacht ständig den Herzschlag. Wenn der eigene Puls aussetzt, produziert er kleine elektrische Signale, die den natürlichen Impulsen sehr ähnlich sind. Falls erforderlich, kann ein Herzschrittmachertyp eingesetzt werden, der sich körperlicher Belastung (zum Beispiel sportliche Betätigung) anpasst.

Das Herzschrittmachersystem besteht aus dem Impulsgenerator (dem eigentlichen Schrittmacher) und der flexiblen Elektrode (auch Schrittmacherkabel oder Sonde genannt). Herzschrittmacher, die den Herzvorhof und die Herzkammer überwachen, benötigen üblicherweise zwei Elektroden. Die heutigen Schrittmacher wiegen nur etwa 20 bis 30 Gramm, sind weniger als 4 bis 5 cm groß und nur 6 bis 8 mm dick. Das Gerät kann mit einem Programmiergerät von außen auf die individuellen Bedürfnisse eingestellt werden.

Herzschrittmachersystem

Herzschrittmachersystem

Elektroden für Herzkammer und Herzvorhof.

Die Elektroden sind dünne flexible Kabel, die über eine Vene in der rechten Herzkammer platziert werden. Sie leiten die Impulse des Schrittmachers zum Herzmuskel und dienen der EKG-Überwachung.

Wie lange hält der Schrittmacher?

Vergleich alter (1966) und moderner Schrittmacher

Vergleich alter (1966) und moderner Schrittmacher

Die ersten Schrittmacher mussten wegen ihrer Größe oft unter die Bauchhaut implantiert werden. Die Funktionsdauer betrug damals nur etwa 16-18 Monate.

Die Schrittmacherbatterie hält etwa 2 bis 10 Jahre, im Mittel etwa 6 bis 8 Jahre. Die Lebensdauer hängt von der Energie ab, die zur Herzmuskelstimulation benötigt wird und von der Art der Programmierung. Die Batterieleistung lässt langsam nach. Dies wird durch die regelmäßigen Schrittmacherkontrollen erkannt. In örtlicher Betäubung wird dann der Schrittmacher gewechselt. Ein alleiniger Batteriewechsel ist nicht möglich, weil die Schrittmachergehäuse dicht verschweißt sind. Die alten Elektroden werden einfach an das neue Gerät gesteckt. Nur sehr selten ist eine neue Elektrode erforderlich. Ein Schrittmacheraustausch ist daher oft leichter und schneller auszuführen als die erste Operation.

Die Herzschrittmacherimplantation

Herzschrittmacher-OP vor 50 Jahren...

Herzschrittmacher-OP vor 50 Jahren...

Die Herzschrittmacherimplantation ist ein relativ kleiner und risikoarmer Eingriff, der in örtlicher Betäubung und häufig auch ambulant durchgeführt werden kann. Die Operation dauert üblicherweise etwa ein bis zwei Stunden. Über einen kleinen Hautschnitt unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeins kann die Schrittmacherelektrode schmerzfrei eingeführt werden. Sie wird über die Venen zur rechten Herzkammer oder zum Herzvorhof vorgeschoben. Die korrekte Lage der Elektroden wird mit Röntgendurchleuchtung und mit elektrischen Messungen überprüft. Danach wird die Elektrode an den Schrittmacher angeschlossen und das Gerät unter der Haut platziert. Das Ziehen der Hautfäden ist nicht erforderlich, wenn auflösbare Fäden verwendet wurden.

Nach der Operation

Die kleine Hautnaht wird mit einem Verband abgedeckt. Bereits nach einigen Stunden können die meisten Patienten nach der ambulanten Operation nach Hause. Leichte Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl im Bereich der Operationswunde sind normal. Nur selten sind Schmerzmedikamente erforderlich. Nach der Operation wird eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt und ein EKG geschrieben. Der Schrittmacher wir mit dem Programmiergerät auf die individuellen Bedürfnissen eingestellt. Die wichtigsten Einstellungen des Schrittmachers werden in einem Schrittmacherausweis vermerkt.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Den Erfolg einer Behandlung sowie eine vollständige Risikofreiheit des Eingriffs kann kein Arzt garantieren. Allgemeine Gefahren operativer Eingriffe, wie zum Beispiel Infektionen, Verletzungen benachbarter Organe oder Nachblutungen sind selten.
Bei einigen Schrittmacheroperationen ist eine Punktion der Schlüsselbeinvene erforderlich. Hierbei kann gelegentlich das benachbarte Rippenfell verletzt werden und Luft in den Brustraum eindringen (Pneumothorax). Die Luft muss dann im Krankenhaus mit einem Katheter abgesaugt werden.
Durch das Platzieren der Schrittmachersonde treten häufig harmlose Herzrhythmusstörungen auf, die sich als Herzstolpern bemerkbar machen. Schwerwiegende Rhythmusstörungen mit Bewusstlosigkeit und Notwendigkeit einer elektrischen Behandlung (Defibrillation) sind jedoch selten und sofort behandelbar.
Eine erneute Operation wird erforderlich, wenn ein größerer Bluterguss entsteht oder sich die noch nicht angewachsene Schrittmacherelektrode durch den Herzschlag verlagert und dadurch nicht mehr korrekt funktioniert. Eine Wundinfektion kann die vollständige Entfernung des Schrittmachers erfordern, um ihn an einer anderen Stelle einzusetzen.
Weitere seltene Komplikationen sind Überempfindlichkeiten gegen Medikamente oder das örtliche Betäubungsmittel, sowie die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) mit Verschleppung in die Lunge (Lungenembolie).
Alle Komplikationsmöglichkeiten zusammen ergeben ein weit geringeres Risiko, als das Risiko einer unterbleibenden Schrittmacherimplantation. Der neue Schrittmacher erlaubt ein sichereres und vielfach leistungsfähigeres Leben.

Kardiologie im Gundlach-Carré

Dr. med. Klaus Groger
Dr. med. Ulrich Rissel
Dr. med. Ludger Obergassel
Dr. med. Christian Zühlke
Dr. med. Johannes Junge
Dr. med. Eva Schalber
Fachärzte für Innere Medizin-Kardiologie
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Fachärztin für Allgemeinmedizin

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